reflections

Leben, blass - 12.01.2014

Gegenüber der mit Würze verbundenen Aufs und Abs bevorzuge ich momentan die vornehme Blässe.
Die Blässe, die mein Gemüt auf einem konstanten Level hält, die Gewissheit, dass alles gut wird, wenn es nur so weitergeht. Keine aufregenden Abenteuer mehr, die wie eine Achterbahnfahrt mit Adrenalin durchzogen, für die kurzfristige Zukunft riskant sind.

Mein Leben wird entgegen der vergangenen Monate, nicht mehr vom Schmerz dominiert. Nicht mehr von Hoffnung durchzogen. Nicht mehr von Männern regiert und auch nicht mehr durch Selbstaufgabe bestimmt.

Es ist das ruhige Leben, welches mich momentan erfüllt. Keine Alkoholexzesse sind mehr notwendig, und keine extremen Erlebnisse, um mich zu fühlen und zu spüren. Eigentlich, so kann man sagen, ist dies der Idealzustand. Mich ruhig der Zukunft zu widmen, wieder eines freien Blickes nach vorn zu schauen und mit einer neutralen Sichtweise die Zukunft zu planen. An mir zu arbeiten, mich selbst zu perfektionieren und mit mir ins Reine zu kommen.

Durch diese Ausgeglichenheit ist es mir derzeit auch nicht möglich, mit Wörtern zu jonglieren und Metaphorisch zu schreiben. Es ist diese Ruhe in Kopf und Herz, dieses Faktische, welches meine Persönlichkeit auszeichnet und mich zu dem Menschen macht, der ich bin und vor allem der ich gerne bin.

12.1.14 23:57, kommentieren

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Atemberaubung

...und was sonst noch passierte.

Ich sitze hier mit einer Erkältung und den Bürden der vergangenen 4 Jahre, in denen ich mich nicht mehr habe blicken lassen. 4 Jahre, in denen ich von einem Mädchen zu einer Frau herangereift bin, in denen ich die Freuden des Lebens, jedoch auch viel Leid und Tränen durchleben durfte, gereift an Erfahrungen, geprägt von Erlebnissen. Und realistisch, objektiv, all das, was ein gesundes Erwachsensein mit sich bringt.

Für all diese Erlebnisse bin ich zutiefst dankbar. Ich bin dankbar für die Wendung in meinem Leben, in der ich Jan kennenlernen durfte, die erste richtige Liebe, die ich als solche eindeutig identifizieren und verspüren durfte, die Bedingungslosigkeit, das Fallenlassen und die Genügsamkeit, die eine wahre Liebe ins Leben trägt.

Umso härter und schmerzhafter der Aufprall in dem Moment, in dem sie mir entzogen wurde. Die Mutlosigkeit, der alles durchdringende Schmerz welcher alles andere auf der Welt wie ein Grauschleier erscheinen lässt.

Ob dies einen Prüfung durch das Schicksal ist? Tiefpunkte prägen einen Menschen, stellen ihn jedesmal erneut auf die Probe, formen seine Einstellung dem Leben gegenüber. Durch meine stets unvollständige Fähigkeit, damit umzugehen, sondern immer in noch weitere Probleme zu flüchten, konnte ich mir in den vergangenen 4 Jahren eine neue hohe Problembewältigungskompetenz aneignen, aufgrund welcher meine Therapeutin sehr stolz auf mich gewesen wäre.

Ich habe das Tal überschritte und gehe, wenn auch noch schleichenden und keuchenden Schrittes in einen neuen Lebensabschnitt. Und bin dankbar für all die Erlebnisse und all das Gelernte der Vergangenheit.

Jedoch ist heute nun der richtige Zeitpunkt, nach vorn zu schauen statt zurückzublicken.

8.1.14 19:34, kommentieren

Ende von 2010

Eigentlich bin ich nur hier, um mal wieder einen Tagebucheintrag zu hinterlassen, da sich wieder ein Jahr zum Ende neigt und man gewillt ist, ein Jahr nicht ohne kleines Resümee vorüberstreichen zu lassen. Auch ist gerade der jetzige Moment so kostbar, da er sämtliche Aspekte meines Lebens so klar widergibt und die Veränderungen aufzeigt... Das letzte mal, als ich gepostet habe, saß ich mutterseelenallein in meiner eigenen Wohnung. Es war meine heiß geliebte 1-Zimmer-Altbauwohnung, wo ich Liebe, Einsamkeit und wilde Parties erfahren habe. Sommer diesen Jahres bin ich mit J., meinem Freund, mit dem ich damals gerade einmal 9 Monate Beziehung gepflegt hatte, in eine gemeinsame 3-Zimmer-Wohnung gezogen. Mein Leben hat sich grundlegend verändert. Ich weiß nicht, ob gut oder schlecht, aber mich beruhigt der Gedanke, dass Menschen ständig aus Erfahrungen wachsen und niemals auf der Stelle treten - ich sehe es als schicksalsbestimmte Veränderung mit Zielorientierung an. Der eisige Wind pfeift, die Wohnungstür klappert vom Wind hin und her, weil die Gummidichtung morsch ist. J. schläft bereits. Und ich, bin einsam. Manchmal fühle ich mich einsamer als früher, als ich noch meine eigene 1-Zimmer-Wohnung hatte und frei über sie verfügen konnte, als regelmäßige Freundesbesuche auf der Tagesordnung standen, als ich dynamisch und selbstbewusst war, weltoffen und Angstfrei. Als das Leben noch ein Ponyhof war, und ich mir eine Essstörung leisten konnte - diesen Zeitaufwand- und Gedanken- und Emotionsaufwand werde ich heute nicht mehr betreiben können. Manchmal bedaure ich das. Die von mir meistgefürchtete Leere schleicht sich wieder unbemerkt in mein Leben hinein. Ich frage mich nur, wie lange sie brauchen wird, um mein Leben wieder aus dem Konzept zu bringen. Ich bin mir meiner nicht mehr bewusst... ich bin einsam, fühle mich alleingelassen und sitze auf einem Berg voller Verantwortung gegenüber mir und meinen Mitmenschen, und komme mehr schlecht als recht damit zurecht... Was werde ich sein? Fühle mich pubertär und orientierungslos.

1 Kommentar 11.12.10 00:04, kommentieren

Momentaufnahme.

Momentaufnahmen sind erschreckend und schrecklich. Manchmal sind sie hübsch, aber es ist auch schon das höchste der Gefühle. Denn in einem einzigen Moment ist es unmöglich, die schier unbegrenzten Eigenschaften der Gemütszustände oder Umweltzustände festzuhalten, sondern nur Abschreckung vermitteln oder eben - hübsch.

 Ich bin momentan hässlich. Somit bekommt mein Eintrag eine gewisse Transparenz. Ich bin abschreckend und erschreckend und jede einzelne Momentaufnahme impliziert ebendies.

 Eigentlich möchte ich sagen, dass ich mich für einen relativ schönen Menschen halte. Nicht viele Makel, aber eben auch nicht Makellos. Mit meinem äußeren Erscheinungsbild hatte ich - bis auf Gewichtsschwankungen mit denen ich zu kämpfen hatte - lange keine Probleme, bin also Selbstbewusst im Umgang mit meinem Körper. Das zu der Grundstimmung. 

 Seit ich das letzte Wochenende Antibiotikum gegen meine Nebenhöhlen angina genommen habe, wuchert ein allergischer Hautausschlag an allen Körperteilen und machen mich zu einem gefühlten Zombie. 

 Das schlimmste ist der Ekel, und nicht unbeholfenheit, etwas dagegen zu tun. 

Es beginnt mit dem morgendlichen Aufstehen, und ich könnte mich gleich wieder ins Bett verkriechen. 

Tagelange Sozialkontaktlosigkeit, Langeweile und nicht auszulebender Tatendrang verbunden mit körperlicher Schwäche und schlechtem Gewissen, nahezu Angst, aufgrund der Krankschreibung auf der Arbeit. Momentan werden an der Uni nämlich einige vom Betrieb aussortiert. Ich möchte da nicht dazugehören. Ich bin Karrieregeil und Zielstrebig. 

Morgen ist Arzttermin, an dem ich mehr erfahren sollte. 

Mein Nebenjob darf gleichermaßen nicht leiden! ... er ist mir heilig und wichtig geworden und daraus erhoffe ich mir ebenso Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb dieser 3 Studienjahre. 

Es muss werden. Mir ist kalt. 

 

 

 

12.11.09 19:51, kommentieren

Tagebucheintrag

Liebes kleines Tagebuch,

ich sitze hier, und fühle mich gefangen, aber unendlich frei. 

Vermeintlich gefangen, in einer Welt, die ich mir selbst ausgesucht habe, und deshalb frei, in der Wahl des Weges, welche meinen Willen, meine angepeilte Richtung widerspiegelt. 

Manchmal, so sagt man, sollte man in sich kehren, und den Abstand zur Gesellschaftswelt genießen. Gerade befinde ich mich in solch einem Zustand der Schwerelosigkeit. Ohne Lasten, einfach mal davonfliehen, ehe es dann bald wieder losgeht, der reguläre Alltag, der so schnell begonnen hat und mich vollständig einholt. 

Er ist so unendlich hart, aber er macht mich glücklich, füllt mein Leben mit Sinn. Lange habe ich keinen Rückfall in Selbsthass mehr verlebt, mich widerspenstigen Gedanken hingegeben. Was ehemals Leere, Stille und Einsamkeit war, bedeutet für mich eine Auszeit von der unendlichen Lebendigkeit, die sonst an den Tag gelegt wird. 

 

Der Winter kommt anmarschiert, und schon wieder ist beinahe ein Jahr vergangen, die Zeit verläuft wie im Fluge. Barcelona ist das Stichwort, was im Vorjahr mein Leben geprägt hat. Seither ist so vieles passiert, und ich danke meinem Schicksal für die Geschehenisse, die aus mir den Menschen gemacht haben, der ich jetzt bin. 

Einsamkeit ist das eine, Autonomie ist die Gegenseite. Ich habe realisiert, dass das Leben das ist, was ich daraus mache.

Der Mensch hat einen freien Willen, der durch eine Vielzahl an Faktoren geprägt wird. Endlich habe auch ich meinen freien Willen wiedergefunden, ein Teil meines Ichs, auf dem Weg zur Ich-findung. 

Wie lange werde ich wohl noch suchen müssen, um vollständig ein mit mir identischer Mensch zu sein? 

Wird dies überhaupt vom Leben verlangt? 

Ich genieße weiterhin die Stille. Die Kälte, die vom Boden meinen Körper emporsteigt, die aber Lebendigkeit versinnbildlicht, die starke Frau, die ich immer sein wollte, zu der mich die Sehnsucht des perfekten Ichs hingetrieben hat.

Gibt es ein perfektes Ich? Perfektion in Person? Ich bin dagegen, jedoch sehne ich mich innerlich danach. Vielleicht sollte ich aber erstmal die Gedanken ruhen lassen. 

Jan will aufgeweckt werden, um sich für die Nachtarbeit fertigzumachen. Ich werde dies gleich tun, in vielen Gedanken an ihn. In Dankbarkeit an das Leben, dass er mir meinen momentanen Lebensabschnitt so sehr versüßt.

19.10.09 23:05, kommentieren

Blablabla des Lebens

Neuer Lebensabschnitt hat begonnen, und ich bin dabei, mich zu finden.

Etwas zu gewinnen ist stets damit verbunden, zeitgleich etwas zu verlieren. 

Etwas zu gewinnen bedeutet auch deshalb, sich entschieden zu haben, oder auf dem Wege zu sein, sich zu entscheiden, für das neue, unbekannte, jedoch vielversprechende. 

Ohne Umschweife sage ich mir, das Leben ist schön, in allen seinen Facetten. Ohne Trauer, kein Glück; Ohne Tränen, kein ausgiebiges Lachen, sowie es ohne Armut kein Reichtum geben kann. 

Ich, mittendrin, im ausschweifenden Leben, voll auskostend, jedoch immer noch zögerlich in dem, was ich tue, und ich dem, was ich bin. Durch geputzte Gläser aber, ist zu entdecken, dass zögern menschlich ist, und die Nachdenklichkeit das Gewissen, der Wille, der frei, aber auch unfrei ist.

 Eine vollständige Wahrheit gibt es nicht. Sie existiert nur in unseren Gefühlen, und diese sagen stets die Wahrheit, auch wenn man ihnen oft kaum zu glauben wagt, so schön sind ihre Worte...

 Danke an Jan.

12.10.09 01:30, kommentieren

Schweigen

Schweigen, schwelgen, starren und ruhen...alles ist auf seine eingene Art und Weise einzigartig und wertvoll.

Wie definiert man denn schon Glück als solches? In vieler Augen ist es nur ein kleines Sturmgewitter, welches rasend schnell heranzieht und auch wieder verschwindet. Auch sieht man Glück als  permanenten Zustand, der sich, wie ein Nebelfaden, durchs Leben zieht, ohne wahrgenommen zu werden.

Für mich ist Glück, während des Schweigens noch ein Gefühl der Glückseligkeit zu besitzen, eine innere Ruhe, die, beinahe greifbar und dennoch nicht zu verbalisieren ist. 

Welche Wenden muss das Leben nehmen, um uns die nahezu endlosen, vollen Züge oder auch Facetten aufzeigen zu können, sie uns schmackhaft zu machen oder zumidnest nahezubringen? 

Welche Schmerzen und Qualen muss ein Mensch durchleben, um am Endpunkt angekommen zu sein, und nur noch Schwelgen zu dürfen?

Darf das Glück eines einzelnen am Dasein anderer gekoppelt sein? 

Darf ich auch nur dann Glücklich sein, wenn ich geliebt werde? Oder ist Liebe separat anzusehen?

All die Tage habe ich nichts mehr geschrieben. 

Oberflächlichkeiten dominieren meinen Alltag, Stress des Alltags holt mich ein, lässt mir keinen Platz zum Atmen. Realität, fern vom Prosaischen. Und dennoch, ist es das reale GLück, was mich bereits erreicht hat? oder ist es nur momentaner Schein?

Ich muss ergründen, ich muss forschen, reflektieren. 

21.9.09 01:03, kommentieren



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